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Die 10 größten Meerschweinchen-Mythen

Wir kennen sie alle. Meerschweinchen"fakten", die in aller Munde sind und bei denen sich erfahrenere Meerschweinchenhalter fragen ,,Moment mal. Das stimmt doch gar nicht!''. In diesem Beitrag kläre ich 10 der verbreitetsten Mythen über Meerschweinchen auf!


Mythos 1 - Meerschweinchen können alleine gehalten werden

Für die Meisten jetzt wahrscheinlich nichts Neues, aber leider ist diese Annahme noch immer sehr weit verbreitet. Gerade für faule Halter ideal, da "ein Meerschweinchen weniger Arbeit macht". Allerdings ist dies natürlich kompletter Schwachsinn!

Meerschweinchen sind sehr soziale Rudeltiere und dürfen darum in der Regel niemals alleine, sondern nur mindestens zu dritt oder wirklich allermindestens zu zweit gehalten werden. Es gibt sehr wenige Ausnahmen, z.B. wenn ein Tier sich mit absolut keinem anderen versteht und jeden versuchten Partner abgelehnt hat. Aber das sind auch wirklich seltene Ausnahmen!


Mythos 2 - Meerschweinchen und Kaninchen sind perfekte Partner

Ideal für diejenigen, die sich nicht zwischen Meerschweinchen und Kaninchen entscheiden können! Ich meine, dann sind sie ja nicht mehr alleine und haben einen Spielkameraden. Also ist das doch artgerecht, oder nicht?

Naja... nein. Eigentlich nicht. Stellt Euch mal vor: Ihr wohnt in einer Wohnung, zusammen mit einem Alien, das nicht eure Sprache spricht und auch mit Zeichensprache funktioniert es nicht so recht, da Daumen rauf bei ihm etwas völlig Anderes heißt, als bei Dir. Ihr könnt Euch also nicht miteinander verständigen und so eigentlich auch nichts mit dem jeweils Anderen anfangen. Und in etwa so ist das auch für das Meerschweinchen und das Kaninchen - Sie sprechen eine völlig andere Sprache.

Das soll nicht heißen, dass man Meerschweinchen und Kaninchen nicht zusammen halten kann - das geht natürlich! Trotzdem brauchen sie dabei aber immer mindestens einen Partner ihrer Art. Möchte man also Meeries und Karnickel zusammen halten, so braucht man mindestens eine Gruppe aus zwei Meerschweinchen und zwei Kaninchen.


Mythos 3 - Meerschweinchen sind ideal für Kinder

Gerade für Eltern, deren Kind nach einem eigenen Haustier quengelt, scheinen Meerschweinchen die perfekte Möglichkeit zu sein, das eigene Kind endlich zum Schweigen zu bringen. Ich meine, hey! Meerschweinchen sind doch eh so klein, brauchen darum auch kaum Platz oder Pflege und so kann mein Kind ja auch direkt etwas Verantwortung lernen. Ist ja schließlich nicht mein Tier, sondern seins. Oder?

Etwas, das mich als erfahrene Meeriehalterin auch nach Jahren immer wieder rasend macht.

Denn auch heute noch zeigen viele Eltern auf diese Weise ihre eigene, vollkommene Unverantwortlichkeit. Tiere werden als eine Art Spielzeug betrachtet, es wird sich kaum bis gar nicht darüber informiert und wenn das Kind nur doll genug nervt, fährt man eben zum Tierhandel, kauft sich den kleinsten und billigsten Käfig, das Nötigste an Zubehör und nimmt sich auch gleich ein Meerschweinchen mit. Dieses wird dann im Kinderzimmer platziert und ist damit zum Kind abgeschoben. Dass nicht das Kind die hauptverantwortliche Person für das Tier ist, sondern man selbst als Eltern, ist diesen Eltern dann entweder nicht bewusst oder schlicht egal. Stirbt das Meerschweinchen, dann wird halt für 5€ ein Neues gekauft und gut ist. Und hat das Kind nach zwei Wochen keine Lust mehr auf das Tier, dann wird es halt verkauft, ins Tierheim gegeben oder einfach irgendwo ausgesetzt.

Natürlich gibt es auch viele Eltern, die sich gut um das gemeinsame Haustier oder in diesem Fall dann die gemeinsamen Haustiere kümmern und natürlich gibt es auch so einige Kinder, die sich trotz ihres jungen Alters wirklich blendend um die Kleinen kümmern und schon wesentlich mehr über Meerschweinchen wissen, als viele Erwachsene! Aber diese bilden halt leider trotzdem die Minderheit.


Mythos 4 - Meerschweinchen sind einfache Haustiere und machen nicht viel Arbeit

Viele neue Halter wundern sich recht schnell, dass Meerschweinchen doch sehr viel mehr Arbeit machen, als sie gedacht haben. Tatsächlich sind Meerschweinchen alles andere als anspruchslos und sogar aufwendiger, als viele andere Nager. Natürlich ist die Haltung von Meerschweinchen im Vergleich zu z.B. der eines Hundes weniger aufwendig, aber das ist, als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen - kann man machen, ist halt nur etwas schwierig.

Zudem fallen bei Meerschweinchen einige Aufwendigkeiten an, an die einige Halter zuerst gar nicht denken, wie z.B. die Entsorgung des Streus.


Mythos 5 - Kastrierte Böcke riechen weniger, werden ruhiger und haben kein Interesse mehr an den Weibchen

Gerade wenn man ein neues Männchen zu einem Harem (mehrere Weibchen, ein Männchen) setzen möchte, wird selbst von einigen Züchtern dazu geraten, das neue Männchen frühkastrieren zu lassen, da es dann angeblich weniger Interesse an den Weibchen hätte und es so zu weniger möglichen Auseinandersetzungen zwischen den Männchen käme. Das ist allerdings kompletter Unsinn. Das Einzige, das sich durch die Frühkastration ändert, ist, dass dem Männchen, wenn es größer wird, da unten nichts dauerhaft zwischen den Beinen baumelt (Da eine Frühkastration noch vor der Geschlechtsreife des Jungbocks durchgeführt wird und bei Kastrationen generell der gesamte Hoden entfernt wird, gibt es da nichts an Hoden, das wachsen und baumeln könnte) und dass es beim Besteigen der Weibchen nicht mehr zur Trächtigkeit kommt. Sonst nichts! Anders als bei z.B. Hunden verändert sich das Verhalten eines Meerschweinchen Männchens durch eine Kastration nicht. Gibt es also ordentlich Stress zwischen zwei Böcken, so hilft Kastrieren nicht, sondern nur eine Trennung.


Mythos 6 - Brot ist gut für die Zähne

Dieser Mythos liegt vermutlich daran, dass viele nicht wirklich wissen, wie sich die Zähne von Meerschweinchen eigentlich abreiben. Denn anders, als viele denken, reiben sie sich nicht dadurch ab, dass sie an harter Nahrung nagen, sondern dadurch, dass sie aneinander reiben. Für den richtigen Abrieb der Zähne, die ja ein ganzes Meerschweinchenleben lang wachsen (Sowohl die Schneide- als auch die Backenzähne), ist es also nicht wichtig wie hart die Nahrung ist, sondern wie lange die Meerschweinchen kauen. Tatsächlich ist zu harte Nahrung sogar gefährlich, da es passieren kann, dass Teile der Zähne absplittern oder abbrechen und es so zu Verletzungen und der kompletten Einstellung der Nahrungsaufnahme kommen kann (Hartes Brot ist allerdings deutlich weicher als die Zähne und macht schneller satt, wodurch sie weniger kauen und demnach auch ungünstig wenig kauen).

Zusatzinfo: Generell sollte man Meerschweinchen kein Brot füttern, da diese zu viele ungesunde und teil auch unverträgliche Inhaltsstoffe enthalten, was es nur schwer verdaulich macht.


Mythos 7 - Bei einer Vergesellschaftung sollte man alle Versteckmöglichkeiten entfernen

Ich bin mir nicht ganz sicher, was der Sinn dieses Mythos' sein soll - ob es dazu dienen soll, dass die Meerschweinchen so zwangsweise aufeinandertreffen und sich kennenlernen, oder wozu auch immer? Allerdings ist auch diese Annahme falsch und sogar einer der größten Fehler, die man bei einer Zusammenführung nur machen kann. Vergesellschaftungen sollten auf möglichst neutralem Boden, mit Futter und ausreichend Versteckmöglichkeiten angegangen werden. Die Versteckmöglichkeiten dienen hierbei u.A. dazu den Stress zu mildern.


Mythos 8 - 1000g Gewicht = 100g Frischfutter am Tag

Etwas, das KEIN Meeriehalter befolgen sollte! Denn bei der bekannten "10%-Regel" geht es lediglich um das Mindestmaß zum Überleben des Tieres und nicht um die Menge an Frischfutter, die es bekommen sollte, um gesund zu sein und sich wohlzufühlen!


Mythos 9 - Meerschweinchen brauchen Salzlecksteine

Es gibt sie in fast jedem Tierhandel zu kaufen und gerne werden sie beworben mit "Dieser Salzleckstein für Nager versorgt Ihr Tier mit natürlichen und wichtigen Mineralien, sowie Spurenelementen". Was jedoch nicht auf den bunt verzierten Verpackungen steht, ist, dass sie schädlich sind und die Tiere krank machen.

Salzlecksteine führen zu einem Teufelskreis: Das Meerschweinchen leckt an dem Stein und nimmt so jede Menge Salz auf. Da im natürlichen Futter von Meerschweinchen keine großen Salzquellen enthalten sind, sind Meerschweinchen darauf aus dennoch genügend Salz zu sich zu nehmen. Durch den Salzleckstein nehmen sie allerdings so viel Salz auf, dass sie Durst bekommen und so viel trinken, dass sie die Mineralien gleich wieder mit ausspülen. Das führt dazu, dass sie zu wenig davon im Körper haben und wieder am Salzleckstein lecken, um den Mineralienhaushalt wieder aufzufüllen.

Die Folge ist ein Nierenschaden.

Meerschweinchen nehmen im Normalfall alle nötigen Mineralien durch das Frischfutter zu sich. Eine extra Quelle ist daher nicht erforderlich und auch keinesfalls ratsam!


Mythos 10 - Meerschweinchen sind farbenblind und sehen nur schwarz-weiß

Meerschweinchen können Farben unterscheiden! Allerdings ist bis heute nicht genau geklärt, wie sie diese wahrnehmen.

Man geht allerdings davon aus, dass sie grün, blau/blauviolett, gelb und rot von einander unterscheiden können.

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Seitenbetreiberin ist Lucy - Besitzerin der MeerieGang

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